Twitter

Ein paar Worte zu Twitter.

Nutzer
Twitter ist ein Microblogging-Dienst, der seit einigen Monaten immer mehr Benutzer anzieht. Der durchschnittliche deutsche Twitter-Nutzer ist männlich, 32 Jahre alt und in der Mehrzahl im Studium oder bereits damit fertig, hat die 1. dt. Twitterumfrage festgestellt.

Funktionsweise
Twitter gibt eine Beschränkung von 140 Zeichen vor, außerdem die Frage „What are you doing?“. Auf der Webseite kann man in einem Textfeld einen kurzen Text hinterlassen. Wenn man anderen Nutzern folgt (followed), erhält man ihre Einträge in seiner eigenen „Home“-Seite als Timeline zusammengestellt. Anderen Nutzern kann man direkt antworten, wenn man @ vor den Namen setzt. Antworten an uns @philoweb werden auf unserer eigenen Replies-Seite angezeigt. So kann man recht einfach mit anderen kommunizieren. Allerdings sollte man beachten, dass Twitter kein Chat ist. Außerdem gibt es die Möglichkeit d vor einen Namen zu setzen. Dann wird eine direkte Nachricht (direct message) verschickt, die tatsächlich nur diese eine Person lesen kann (im Gegensatz zum Reply, den jeder lesen kann).

Weitere Befehle bei Twitter

Eine große Erleichterung im Umgang mit Twitter ermöglichen verschiedene Programme, die man sich auf dem eigenen Computer installieren muss. Dabei sticht Tweetdeck heraus: es zeigt auf einen Blick (während man auf der Twitter-Seite immer hin und her klicken muss) die Beiträge der eigenen verfolgten Nutzer, die Replies und die Direktnachrichten. Außerdem kann man noch beliebig viele Spalten einfügen, in denen man selbst definieren kann, was angezeigt wird, z.B. kann man die Menschen, die man selbst verfolgt in Gruppen ordnen (lohnt sich wohl so ab 100, erst dann beginnt man den Überblick zu verlieren – da fehlen mir allerdings die Erfahrungen 😉 ), oder Suchen festlegen. Ich habe z.B. eine Suche @philoweb laufen, sodass ich keinen Beitrag, der an uns gerichtet ist verpasse. Außerdem aktualisiert Tweetdeck alles selbstständig nach eigenen Vorgaben (z.B. neue Beiträge der anderen nach 2 Minuten und zeigt oben rechts ein kleines Fensterchen an: 2 new Replies o.ä.) und -was ja auch wichtig ist: es sieht wirklich schick aus!

eigene Erfahrungen

Ich nutze Twitter seit Dezember. Auch hier – wie so oft bei Web 2.0-Anwendungen – erfährt man erst durch aktive Nutzung dessen tatsächliche Faszination. Ich „verfolge“ hauptsächlich Nutzer aus Dresden und Leipzig, damit ich weiß, was gerade diskutiert wird (z.B. verfolge ich einen Grünen-Abgeordneten aus dem Stadtrat, der immer von Sitzungen twittert). Außerdem verfolge ich Menschen, die sich mit E-learning, Web 2.0, Einsatz in der Schule etc. beschäftigen. Dadurch erfahre ich, welche Projekte gerade durchgeführt werden, wie diese ausgewertet werden, welche aktuellen Links es gibt, u.s.w. Natürlich erfahre ich auch viele Dinge, die ich nicht wissen will – aber das ist leicht auszublenden (tägliche Übung zur Selbstdisziplin). Ich schreibe über schulisches, privates, Antworten auf die Aussagen von anderen.
Wichtig für mich ist die Erfahrung der Vernetzung. Es gibt Inputs vieler Menschen, die viel mehr Ideen haben, als einzelne allein. Die anderen werden dadurch transparenter. Ich erfahre ihre Ideen, ihre Motivationen, Dinge, die sie so beschäftigen. Da, wie bereits gesagt, die meisten Nutzer, die ich verfolge, sich auch mit Lernen/Lehren im Web 2.0 beschäftigen, gibt mir das immer wieder Anstöße zum Nachdenken bzw. kurze Impulse um meine eigenen Gedanken zu reflektieren.
Außerdem, und das ist sehr wichtig für mich, ist es über meine Follower möglich, ihnen meine Projekte, die ich im Internet starte, vorzustellen und Meinungen einzuholen. So weiß ich, dass dieses Weblog hier und auch die Tweets @philoweb von einigen meiner Follower gelesen werden (Hallo ;-)). Außerdem wurde es mir durch einen Aufruf über Twitter zur Beteiligung an einer Diskussion möglich, meinen Schülern der Kl. 7 zu zeigen, dass auch ihre Aktivitäten im Netz öffentlich sind (aber dazu dann am Mittwoch).

schulischer Nutzen?

Die Frage ist natürlich, welchen Nutzen Twitter für den Unterricht haben könnte. Ich sehe einen Vorteil darin, dass man sich, wie schon gesagt, relativ schnell und leicht mit anderen (Lehrern, Schüler, Studenten, Professoren) vernetzen kann. Dadurch lassen sich Projekte leichter realisieren, Ideen von anderen zu eigenen Projekten mit einfließen, aktuelle Entwicklungen im selbst gewählten Themenfeld (sichtbar an den eigenen Followern) besser verfolgen.
Außerdem kann man auf die eigenen Web 2.0 – Projekte aufmerksam machen, Anregungen erhalten, Erfahrungen austauschen.
Link: Twitter-Group: Lehrer (ich glaube, es gibt noch nirgends eine relativ vollständige Liste über twitternde, deutschsprachige Lehrer)

Eine weitere Möglichkeit ist die reine Information – wie wir das mit unserem twitter/philoweb machen. Viele Infos gehören nicht ins Seminarweblogs, weil sie zu nebensächlich sind bzw. die Logik der Beiträge stören würden. Twitter eröffnet dadurch eine neue Ebene.

Aber weiter? 140 Zeichen sind verdammt wenig, um z.B. zu philosophieren, um ethische Dilemmata zu erörtern. Insofern denke ich, ist es eher zur Vernetzung von Lehrern und anderen Beteiligten an Bildungsprozessen von Vorteil. Welche Möglichkeiten seht ihr?

Links zum Weiterlesen:

Vortrag von Joachim Quandt – DeutschLernNet auf dem online DaF-Treffen, Di, 5. Mai 2009 – Twitter im Unterricht?, ist zwar eher für DaF, aber immerhin ein guter Anhaltspunkt

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3 comments so far

  1. ths on

    Jupp, es wird alles genau mitgelesen! 😉

    Gruß aus dem Norden

    Thorsten S.

  2. Kathiza on

    Ich weiß nicht, ob hier „Eigenwerbung“ erlaubt ist, aber hier hab ich ein Video, das kurz und knapp (und auf Englisch) erklärt, was Twitter eigentlich ist und wie man es nutzen kann. Für völlige Neulinge sozusagen:
    http://kathiza.wordpress.com/2009/04/13/who-the-f-is-twitter/
    Liebe Grüße aus Wien,
    Kathiza

  3. Mandy on

    Hallo Kathiza,
    herzlichen Dank für die Ergänzung!
    viele Grüße nach Wien.

    @Thorsten: Viele Grüße nach Oldenburg 🙂


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